Flammen

Erwin Schulhoff

#Oper

Musikalische Leitung: Jiří Rožeň
Inszenierung: Calixto Bieito
Chor und Orchester der Staatsoper

Presseberichterstattung

Die Schatten singen über die Lust Don Juans und die Leidenschaft, die La Morte für ihn empfindet. Beim Klang einer Soloflöte betritt Don Juan ein verlassenes Haus, um eine weitere Frau zu verführen. Man hört Seufzer der Ekstase … So beginnt die Oper Plameny (Flammen) – eine Geschichte voller Trugbilder und Musik aus anderen Sphären, deren künstlerische Gestaltung zwischen Oper, Pantomime und symphonischer Dichtung oszilliert. Ein surrealistisches, subtil von Jazzelementen durchdrungenes Werk wird an der Staatsoper, einem Opernhaus mit reicher Geschichte, erstaufgeführt – in der tschechischen Fassung der Uraufführung, deren Libretto mit Rückgriff auf historische Quellen rekonstruiert wurde. Die Regie dieser auf den ersten Blick ungewöhnlichen Fassung der Geschichte des legendären Verführers wurde dem Inhaber des Europäischen Kulturpreises der Stiftung Pro Europa, Calixto Bieito, anvertraut. Die Oper wird in tschechischer Sprache mit deutschen und englischen Untertiteln aufgeführt. Voraussichtliches Ende un 21.45 Uhr.

Termine

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So 12/06/2022
19.00
Staatsoper
#Premiere
#dramaturgische Einführung
Mi 15/06/2022
19.00
Staatsoper
#dramaturgische Einführung
Sa 18/06/2022
19.00
Staatsoper
Fr 24/06/2022
19.00
Staatsoper
Sa 26/11/2022
19.00
Staatsoper
vorherige Aufführung nächste Aufführung

Musik von Erwin Schulhoff (1894–1942)
Text: Karel Josef Beneš (1896–1969)
Rekonstruktion des tschechischen Librettos: Jitka Slavíková

„Schulhoffs Regieanweisungen sind sehr konkret mit ihren Forderungen nach einer alles durchdringenden Dunkelheit, die von erhellenden Licht- und Farbstrahlen unterbrochen wird,“ so schrieb es der Kritiker Michael Eagleton 2006 in seiner Rezension der Aufführung von Erwin Schulhoffs einziger Oper Flammen beim Festival KlangBogen in Wien – und traf damit einen zentralen Punkt: die Ambivalenz von Licht und Dunkel, Abgrund und Erlösung, die sich durch die gesamte Oper zieht. Die ersten Töne der Soloflöte ziehen die Zuhörerinnen und Zuhörer nicht nur in eine Geschichte voller Trugbilder hinein, sondern auch in eine Musik, die wie aus anderen Sphären zu kommen scheint, magisch ist. Der Rubikon der menschlichen Vorstellungskraft ist überschritten – es gibt kein Zurück mehr.

Die in der Version des tschechischen Literaten Karel Josef Beneš nicht der Tradition folgende Geschichte über Don Juan hatte Schulhoff durch den Schriftsteller und Übersetzer Max Brod kennengelernt, der das ursprünglich deutsche Libretto nach der dramatischen Vorlage von Beneš verfasst hatte. In zehn frei konzipierten Szenen führte er den legendären Verführer in verschiedene leidenschaftliche Situationen – von einem Liebesakt in der Kirche oder bei einem Meeressturm bis zur Ekstase während einer Karnevalsnacht, wenn Donna Anna sein Drängen zurückweist mit den Worten: „Auch lebend, Juan, bist du des Todes Ebenbild!“ Don Juan wird jedoch nicht als Vergewaltiger oder sexueller Wüstling, sondern vor allem als ein von ewiger Begierde Getriebener dargestellt. In die Handlung ist die mysteriöse Gestalt des als Frau gedachten Todes (La Morte) verflochten, der einzigen, die ihn wirklich liebt, seinen Versuchungen jedoch nicht nur erfolgreich widersteht, sondern ihn aufgrund ihrer „Aufgabe“ schließlich zum ewigen Leben verurteilt. Die Idee der Oper erinnert an den untrennbaren Dualismus archaischer Prinzipien: die Flamme des Lebens und die Flamme des Todes, die sich nach Verbundenheit sehnen, Mann und Frau, Hoffnung und Resignation. Schulhoff hat diese Gegensätze in einer fantastischen, fast surrealistischen Komposition entfaltet, in der die Elemente der Oper, Pantomime und symphonischen Dichtung einander durchdringen. Bereits im 1. Bild singen die Schatten von Juans Begierden und der Leidenschaft, die La Morte zu ihm verspürt. Zum Klang der Soloflöte tritt Juan in ein verlassenes Haus ein, um drinnen eine weitere Frau zu verführen. Man hört das ekstatische Seufzen… 

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Seit den 1990er-Jahren wird die Oper wieder im Musikbetrieb gespielt. Die Produktionen haben sich dabei jedoch auf die deutsche Fassung konzentriert, etwa konzertant 1994 in Berlin (Erstaufführung), dann in Leipzig, Amsterdam, Wien, Los Angeles und Kaiserslautern. Im Rahmen von Musica non grata erklingt erstmals wieder die Version der Uraufführung von 1932. Der Anteil der Autoren an der tschechischen Fassung ist nach den vorhandenen Quellen nicht eindeutig zu klären. Für die Produktion im Rahmen von Musica non grata wurde der Text des tschechischen Librettos von der Dramaturgin der Oper des Nationaltheaters und der Staatsoper, Jitka Slavíková, aus historischen Quellen rekonstruiert.

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Musikalische Leitung: Jiří Rožeň
Inszenierung: Calixto Bieito
Bühnenbild: Calixto Bieito & Anna-Sofia Kirsch
Kostüme: Barbora Maleninská
Licht: Jan Dörner
Chorleiter: Adolf Melichar
Dramaturgie: Jitka Slavíková

Don Juan: Denys Pivnitskyi
La Morte (Der Tod): Tone Kummervold
Donna Anna / Die Nonne / Eine Frau: Victoria Khoroshunova
Marguerite: Tamara Morozová
Commendatore: Jan Hnyk
Arlecchino: Michal Marhold
Pulcinella: Vít Šantora
Pantalone: Jaroslav Patočka
Don Juans Vater: Josef Palán 
Shatten: Magdalena Heboussová / Tamara Morozová / Yukiko Kinjo / Stanislava Jirků / Veronika Hajnová / Kateřina Jalovcová

Orchester der Staatsoper
Chor der Staatsoper
Ballett der Oper des Nationaltheaters (künstlerische Leitung Jiří Hejna)


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