Der dramaturgische Beirat des Projekts Musica non grata stellt sich vor

Per Boye Hansen, künstlerischer Direktor der Staatsoper Prag und der Oper des Nationaltheaters
In der ersten Saison des Projekts Musica non grata werden wir dem Publikum die Opern von Hans Krása „Verlobung im Traum“ und „Der ferne Klang“ von Franz Schreker anbieten. Die Staatsoper Prag wird auch die konzertante Aufführung der Oper von Erwin Schulhoff „Flammen“ präsentieren, die Oper des Nationaltheaters eine neue Produktion der Oper „Schwanda, der Dudelsackpfeifer“ von Jaromír Weinberger und die konzertante Aufführung des gesungenen Balletts von Bohuslav Martinů „Špalíček“.

Karl-Heinz Steffens, Musikdirektor der Staatsoper Prag
Regimes können die Künstler ins Gefängnis werfen, sie aus ihrem Land verbannen, sie sogar töten; doch unser Projekt dient als Beweis, dass die Kunst ewig und unzerstörbar ist. Es ist für mich eine Ehre, am Projekt Musica non grata teilzunehmen, das in den nächsten vier Jahren eine Vielfalt wunderbarer und wichtiger Musik jener Komponisten zeigen wird, die die Zeit des Nationalsozialismus größtenteils nicht überlebt haben, aber dank ihrer Musik trotzdem noch weiter lebendig sind.

Jaroslav Kyzlink, Musikdirektor der Oper des Nationaltheaters
Es ist äußerst ermutigend und verpflichtend für jeden Musikdirektor und Interpreten, wenn sein Ensemble Teil eines so wichtigen mehrjährigen, subventionierten Programms wird, wie es zweifellos das Projekt Musica non grata ist. Die Werke von Bohuslav Martinů und Jaromír Weinberger, die wir im Rahmen der ersten Saison des Projekts am Nationaltheater präsentieren werden, erfüllen für mich persönlich idealerweise die dramaturgischen Absichten des Projekts – obwohl es sich um wenig gespielte Werke handelt, haben sie unleugbar ihre Qualität und sind ungemein attraktiv für das Publikum, dem wir ja heutzutage besondere Aufmerksamkeit widmen müssen.

Ondřej Hučín, Chefdramaturg der Oper des Nationaltheaters und der Staatsoper Prag
In einer Zeit, in der manche Leute wieder mit den Vorstellungen einer direktiv regierten menschlichen Gesellschaft kokettieren und politische Vermarkter diesen gefährlichen Unsinn geschickt missbrauchen können, ist es keineswegs falsch, daran zu erinnern, welche Folgen ein Verzicht auf die Freiheit, sei er unfreiwillig oder auch freiwillig, und der Hass anderen Kulturen gegenüber mit sich bringen kann. Das Projekt Musica non grata will uns nicht nur an die „unerwünschte Musik“ erinnern, an jene Musik, die zum Schweigen gebracht werden sollte, sondern uns auch die ganze Reihe der Diktaturen des 20. Jahrhunderts vor Augen führen, die das Leben so vieler großer Musiker unheilvoll beeinflusst oder sogar zerstört haben.

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